Rohre für Breitbandversorgung am Jochberg bereits verlegt

Wie der Bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker in einer Pressemitteilung vom 19. März 2020 mitteilte, fördert der Freistaat Bayerns den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Oberbayern mit insgesamt 8,85 Millionen Euro Fördermitteln. Neben anderen Bildungs- und Kommunaleinrichtungen erhalten auch 13 Gemeinden Fördergelder. Eine davon ist die Gemeinde Schneizlreuth, die eine Förderung in Höhe von 307.006 Euro für die Breitbandversorgung des Ortsteils Jochberg zugesprochen bekommt. Für die Gemeinde Schneizlreuth bleibt ein Eigenanteil von 76.752 Euro zu schultern. Abgeschlossen soll die Neuversorgung der insgesamt 18 Haushalte Ende 2021 sein. Ende Juni hat eine Tiefbaufirma nun mit der Verlegung der Leerrohre begonnen.

 

Die Prüfung einer Neuversorgung des Jochbergs war vor einigen Monaten deshalb angestoßen worden, weil der bisherige Versorger, die Deutsche Telekom AG, den Anschlussinhabern nur noch Telefon-Einzelanschlüsse anbieten kann und den Nutzern reihenweise Kündigungen ihrer bisherigen ISDN-Anschlüsse in`s Haus geflattert waren. Daraufhin beauftrage die Gemeinde Schneizlreuth, auf Beschluss des Gemeinderates, die Firma TECOSTRA mit der Prüfung, welche Optionen für eine Neuversorgung der 18 Haushalte zur Verfügung stehen und einen entsprechenden Antrag auf Mittel aus dem Förderprogramm des Freistaates Bayern zu stellen. Allerdings hatte nur die Firma RSM aus Freilassing ein Angebot zur Versorgung abgegeben, die nun über Richtfunk und Glasfaserverbindungen realisiert wird.

 

Wie deren Geschäftsführer Michael Rack in einem Telefonat erläuterte ist nun vorgesehen am Jochberg-Wanderparkplatz, oberhalb des Kohlerhofes, einen etwa 6 Meter hoher Richtfunkmast aufzubauen. Von dort wird das Signal in einer Frequenz von 80 GHz über eine Richtfunkstrecke zum Predigtstuhl weitergeleitet. Probleme auf der Richtfunkverbindung durch Bäume oder starken Schneefall sieht Herr Rack keine. Ab dem Predigtstuhl kann eine vorhandene Glasfaseranbindung zum Rechenzentrum nach Salzburg und weiter nach Ainring genutzt werden. Als Sicherheit besteht zwischen Ainring und Salzburg parallel zusätzlich eine Richtfunkstrecke. Die Hausanschlüsse werden vom Mast aus mit Glasfaserkabeln hergestellt. Herr Rack geht davon aus, dass die ersten Hausanschlüsse bereits im August oder September diesen Jahres fertiggestellt werden können. Vorher müssen allerdings noch die Genehmigungen eingeholt werden. Dies wird etwa 3 Monate in Anspruch nehmen. Ziel ist es, alle Arbeiten bis spätestens Ende 2021 durchgeführt zu haben. Dies hängt aber laut Rack auch von den Bodenverhältnissen bei den Grabarbeiten ab.

 

Während der Bauphase werden die Hausanschlüsse kostenlos hergestellt. Bei späterer Beauftragung fallen zusätzliche Kosten in Höhe von derzeit kalkulierten 750 Euro an. Je nach gewünschter Leistung bewegt sich der monatliche Preis, je nach den individuellen Wünschen etwa zwischen etwa 40 Euro und 120 Euro. Für Gewerbebetriebe gibt es eigene Tarife. Ähnlich wie bei einem ISDN Anschluss könnten auch bis zu 9 Rufnummern zur Grundnummer hinzugebucht werden. Auf Nachfrage bestätigte der Geschäftsleiter der Firma RSM zudem, dass die Internetverbindung mit einer deutschen IP und nicht wie ursprünglich kommuniziert, über eine österreichische IP aufgebaut wird.

 

 

Breitbandversorgung Melleck/Ristfeucht könnte sich durch Bodenbergausbau weiter verschieben

Wie der Straßenbauamtsleiter Christian Rehm auf Anfrage mitteilte, sind dem Amt die Planungen zum Ausbau der Telekommunikationsversorgung der Ortsteile Ristfeucht und Melleck grundsätzlich bekannt. Im Bereich des bereits weitgehend fertiggestellten Bodenbergaufstiegs wurden durch das Straßenbauamt vorsorglich Leerrohre in die Kappen der Stützwände eingebaut, die später eine problemlose Verlegung der Versorgungsleitungen gewährleisten. Für den südlichsten Abschnitt (BA 1) wird die Möglichkeit einer Mitverlegung der Telekommunikationsleitung in der Planung mitbetrachtet. Insofern ist eine weitere Verzögerung beim Ausbau der Telekommunikationsversorgung (Telefon/Internet) für die genannten Ortsteile nicht ausgeschlossen, da dieser Bauabschnitt, wie bereits erwähnt, erst 2021/2022 realisiert werden soll. Ob es tatsächlich zu einer weiteren Verzögerung beim Breitbandausbau kommt, ist laut Herrn Rehm letztendlich abhängig von der konstruktiven Lösung, die für den BA 1 derzeit entwickelt wird

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