Historische Wege

Die Trift
Die Trift
Die Trift

Das Wasser im Weißbach wurde früher zum Holztriften verwendet. Für die Salzproduktion in Bad Reichenhall war eine große Menge Holz erforderlich, um aus der Sole Salz zu gewinnen. Da die Holzressourcen in Bad Reichenhall nicht ausreichten, wurde Holz aus der Region Inzell bis Schneizlreuth benötigt. Der effektivste Transportweg damals war, die Kraft des Wasssers zu nutzen. Durch das Gefälle und die Strömung ist das Holz ins Tal in Richtung Bad Reichenhall geschwemmt worden. Aufgrund der teilweise geringen Wassermengen wurden entlang des Transportweges Staumauern errichtet. Hinter diesen Mauern ist das Wasser gestaut und die Baumstämme in diese kleinen Seen geworfen worden. Sobald die künstlichen Sperren gelöst wurden, raste das Holz zusammen mit dem Wasser hinunter. Dies war eine äußerst gefährliche Arbeit für die damaligen Holzarbeiter, die verkeilte Baumstämme manuell lösen mussten.


Auf den Spuren der Geschichte

Die Bäckinger Klause
Der Klausenrundweg

Die Hiental-Klause wurde 1624 erwähnt und unter Kurfürst Carl Theodor 1798 als Steinbau errichtet, 1897 wurde sie durch einen zusätzlichen Vorbau verstärkt. Im Hiental ernteten Waldarbeiter jährlich 300 Klafter (entspricht 825 Ster) Brennholz für die Saline Reichenhall. 

 

Die Bäckinger-Klause, vermutlich auch um 1798 als Steinbau gebaut, sperrte den Taleinschnitt mit einer Mauer, wo Holz in einen Triftsee gelangte und mühsam per Hand transportiert werden musste. Nach dem Öffnen des Klaus-Tores wurde das Holz über die Flüsse bis Bad Reichenhall geleitet. Zwischen 1927 und 1930 wurde eine Gleisanlage zum Holztransport gebaut, bevor in den 50er Jahren auf Lastwagen umgestiegen wurde. Das Forstamt stellte den Betrieb der Schwarzachen-Klamm-Bahn ein.

Höhenprofil Klausenrundweg

Wegbeschreibung:


 

Die Weißbachschlucht
Die Weißbachschlucht

Zwischen Weißbach an der Alpenstraße und Schneizlreuth, unterhalb der Deutschen Alpenstraße, hat sich der Weißbach durch die imposante Schlucht seinen Weg gebahnt. Die Schlucht ist geprägt von dichten Wäldern, felsigen Klippen und tosenden Wasserfällen. Die beeindruckende Landschaft bietet viele Fotomöglichkeiten für aufmerksame Wanderer.

Höhenprofil Weißbchschlucht

Wegbeschreibung:


 

dER wALDBAHNWEG
Der Waldbahnweg

 

Ab dem 15. Jahrhundert war die Trift über die Weißbacher Gebirgsbäche und die Saalach der einzige Weg, Brennholz zur Salzgewinnung nach Reichenhall zu transportieren. Die Hiental- und Bäckinger-Klause zeigten die Eignung für die Holztrift. Steinverbauungen entlang des Weißbachs sind noch sichtbar. Der Bau der Waldbahn begann 1927 und wurde 1930 abgeschlossen, wodurch daraufhin der Wassertransport eingestellt wurde.

Höhenprofil Waldbahnweg

Wegbeschreibung:


 

Der Gletschergarten
Der Gletchergarten

 

In der Eiszeit erstreckte sich der Saalach-Gletscher von Zell am See über Lofer nach Bad Reichenhall und verband sich mit dem Salzach-Gletscher. Ein Arm zog durch das Weißbachtal nach Inzell. Der Gletschergarten ist ein außergewöhnliches geologisches Naturdenkmal. Die wesentlichen Schaustücke sind: Gletscherschliffe, Riesentöpfe und erratische Blöcke (Findlinge). Diese geologischen Formationen entstanden durch die enormen Kräfte der Eismassen, die Rundhöcker und Höhlen schufen. Vor 15.000 bis 20.000 Jahren wurde der Gletschergarten durch Gletscherflussmaterial zugedeckt, das beim Bau der Alpenstraße 1935/36 entfernt wurde, um die Formationen freizulegen.

Höhenprofil Gletschergarten

Wegbeschreibung:


 

Soleleitung
Soleleitung - Deicheln
Die Soleleitung

Schon im 15. Jahrhundert wurde durch die älteste Pipeline der Welt Sole von Bad Reichenhall nach Rosenheim transportiert. Genau 31,7 Kilometer lang war die Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein. Aus rund 9000 Holzstämmen, die mit einfachen Werkzeugen von Hand durchbohrt werden mussten, führte diese über Weißbach, Inzell und Siegsdorf. Die Holzrohre, auch Deichel genannt, bestanden in der Regel aus Tannenstämmen. Der Name Deichel kommt vermutlich daher, dass man die Holzrohre jahrelang im Wasser in extra dafür ausgehobenen Teichen zum ,Beizen" lagerte. Das Salzwasser sorgte für eine gute Konservierung des Holzes und damit für eine relativ lange Lebensdauer. Beim Bau der ersten Soleleitung wurden die Deicheln ineinander gesteckt. Diese Holzrohre können in der Tourist-Info besichtigt werden.

An sieben Stellen standen Brunnhäuser mit Hebewerken, die die kostbare Fracht nach oben pumpten. Zwei Jahre lang bauten Hanns Reiffenstuel und sein Sohn Simon im Auftrag von Herzog Maximilian I. an der Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein. 1619 war das Werk vollbracht.


 

Soleleitung
Salinenweg

Diesen wieder zum Leben erweckten Weg möchten wir lhnen hier vorstellen.

 

Als Ausgangspunkt wählen Sie das westliche Ende des Thumsees, wo ca. 50 m von der Hauptstraße entfernt die Route beginnt (RVO-Haltestelle). Der Weg steigt hier leicht bergan und erreicht oberhalb des Straßentunnels die Antonius-Kapelle. Ab der Informationshütte können Sie über den Rundweg oder entlang der Alpenstraße zum Höllenbachtal wandern. An der Höllenbachtalbrücke führt der Weg oberhalb der Alpenstraße durch dichten Wald. Sie gelangen zum Waldeck, marschieren durch den wieder frei geschaufelten Tunnel und erreichen am Stabach, über die Brücke, nach ca. 100 m die Jochbergstraße. Überqueren Sie die Straße, halten sich rechts und steigen in Richtung Winterrundwanderweg empor, um den Abzweig in Richtung Himmelsleiter zu erreichen. Hier werden Sie mit schönen Ausblicken ins Tal belohnt.

 

Soleleitung

  

Himmelsleiter

Steigen Sie jetzt die Himmelsleiter hinauf (414 Stufen, nachzählen!) und erreichen das Bergstüberl. Auf der Rückseite des Bergstüberls kann man durch ein Fenster einen Blick ins Innere werfen und sich Teile der alten Konstruktion ansehen. Für den Rückweg zurück nach Weißbach unterqueren Sie die Alpenstraße unterhalb vom Scharmann und wandern, vorbei an den Weißbachfällen, zurück zum Ort.